Funde im Geißenklösterle

Adorant

Adorant Der "Adorant" ist wahrscheinlich die älteste und zugleich eine der beeindruckendsten und rätselhaftesten Figuren aus der fernen Eiszeit. Er wurde in einem Knochenaschehorizont in der Nähe einer möglichen Feuerstelle entdeckt. Leider ist die Oberfläche des kleinen Elfenbeinplättchens stark zerstört. Trotzdem kann man darauf das Halbrelief einer menschlichen Figur erkennen, die mit erhobenen Armen entweder zu grüßen scheint oder in Drohgebärde verharrt. Auch eine Art "Anbetung" ist denkbar, so dass die Figur den Beinamen "Adorant" erhielt. Breitbeinig aufrecht steht die Figur, zwischen den Beinen ragt ein schwanzartiger Fortsatz nach unten hervor. Ähnlich wie bei dem Löwenmenschen aus dem Hohlenstein-Stadel wurde möglicherweise ein Menschtierwesen dargestellt. Wir kennen noch weitere solcher Mischwesen, auch aus den französischen Bilderhöhlen. Auf der Rückseite des Plättchens wurden Punktreihen eingeritzt, die möglicherweise auf einfache astronomische Beobachtungen hinweisen. Außerdem konnte man auf der Rückseite Spuren von Mangan und Rötel (Eisenoxid) erkennen. An den Seitenkanten sowie auf einem der Arme erkennt man Strichritzungen.

Adorant von vorne Adorant von hinten

Länge:
3,8 cm
Höhe:
1,4 cm
Breite:
0,45 cm
Fundort:
Geißenklösterle, Blaubeuren
Original im Württembergischen Landesmuseum, Stuttgart






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