Wer waren die Künstler?


Die Frage, wer waren die Menschen, die Künstler, die diese atemberaubend schönen Figuren aus Elfenbein geschnitzt haben, ist bis heute nicht geklärt. In jüngster Zeit ist dieses Thema wieder Gegenstand heftiger Diskussionen unter den Wissenschaftlern geworden. Die menschlichen Überreste, die Gustav Riek bei seinen Ausgrabungen im Vogelherd in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gefunden hatte, wurden bisher den Erschaffern der Eiszeitkunst zugeschrieben. Es handelte sich dabei um 2 Schädel, 1 Unterkiefer, 1 Oberarmknochen und 2 zusammengewachsene Wirbel. Ihr Alter wurde auf 32.000 bis 30.000 Jahre geschätzt. Diese Funde galten bisher gleichzeitig als der älteste Nachweis für den Homo sapiens sapiens, den anatomisch modernen Menschen, in Europa. Auch die Theorie, dass der anatomisch moderne Mensch schon recht früh über die Donau in unseren Raum eingewandert ist, die so genannte "Donau-Korridor-Hypothese" stützte sich u. a. auf diese Skelettfunde aus dem Vogelherd. Mittlerweile wurden aber 14C-Datierungen an den Knochen vorgenommen, deren Ergebnisse die Funde in ein völlig neues Licht stellen und die Wissenschaft zum Überdenken ihrer Theorien zwingt. Danach sind die menschlichen Überreste nur noch 3.900 bis maximal 5.000 Jahre alt und gehören damit in die ausgehende Jungsteinzeit, als die Menschen schon lange als Ackerbauern und Viehzüchter lebten. Wahrscheinlich handelt es sich um eine jungsteinzeitliche Bestattung, die in die eiszeitlichen Erdschichten eingetieft wurde. Diese Fossilien kommen also nicht als Überreste der Erschaffer der Eiszeitkunst in Frage. Die Tierknochen, die zusammen mit den Kunstobjekten gefunden wurden, haben aber tatsächlich das erwartete Alter von etwa 30.000 Jahren ergeben, so dass erneut die Frage aufgeworfen wurde, ob nicht auch die Neandertaler als Produzenten der Eiszeitkunst in Betracht kommen, die zu dieser Zeit ebenfalls noch in unserem Raum gelebt haben. Hierfür ließ sich bisher aber ebenfalls kein Beweis erbringen. Sicher wird uns diese Frage in den nächsten Jahren noch sehr beschäftigen und weitere Ausgrabungen werden nötig sein, um sie zu beantworten



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