Forschergalerie

  • Oscar Fraas Oscar Fraas (1824-1897) legte 1861 mit seiner Grabung in der Bärenhöhle des Hohlen Steins im Lonetal den Grundstein für die Steinzeitforschung in Württemberg. Fraas war seit 1855 Konservator am Königlichen Naturalienkabinett in Stuttgart. Hauptsächlich interessierten ihn als Geologen und Paläonthologen die fossilen Bärenknochen. Hinterlassenschaften der Eiszeitmenschen beachtete er damals noch nicht. Erst als er 1866 an der Schussenquelle, in Nähe des Federsees ausgrub, erkannte er vom Menschen bearbeitete und verzierte Geweihstangen und Feuersteingeräte. Mit dieser Erfahrung forschte er abermals im Lonetal und fand nun auch dort die Spuren der Eiszeitmenschen.
    1870 begann er mit Ausgrabungen im Hohlen Fels bei Schelklingen.

  • Robert Rudolf Schmidt Robert Rudolf Schmidt (1882-1950) gründete das Urgeschichtliche Institut an der Universität Tübingen, das auch heute noch mit seinen Forschungen im Alb-Donau-Kreis maßgeblich aktiv ist.
    1906 untersuchte er den Hohlen Fels bei Hütten im Schmiechtal. Hier wurde aber nur eine vergleichsweise geringe Menge von eiszeitlichen Feuersteingeräten gefunden.
    Anschließend erforschte er den Sirgenstein im Achtal, den er komplett ausgrub.
    1912 erschien sein berühmtes Standardwerk "Die diluviale Vorzeit Deutschlands", worin er die systematische Untersuchungen der Albhöhlen beschrieb. Er führte zum ersten Mal eine Gliederung der Urgeschichte in Deutschland durch und stützte sich dabei auf die französische Gliederung, was sich in den vielen französischen Epochenbezeichnungen in der Urgeschichte widerspiegelt.

  • Gustav Riek Gustav Riek (1900-1976) sondierte bereits 1931 in der Bärenhöhle im Wolfstal, anschließend grub er den von H. Mohn entdeckten Vogelherd aus - eine der wichtigsten urgeschichtlichen Fundstellen.
    Riek leitete das Urgeschichtliche Institut der Universität Tübingen von 1934 an.
    1955-1964 forschte er in Ach- und Blautal bei Blaubeuren, in der Brillenhöhle und in der Großen Grotte. Er unternahm auch eine erste Sondage im berühmten Geißenklösterle.
    1965 wurde unter seiner Leitung in Blaubeuren eine Schausammlung eingerichtet, aus der später das Urgeschichtliche Museum hervorging.

  • Rudolf Wetzel Rudolf Wetzel (1898-1962)
    Foto: Willy Kettner. Robert Wetzel, aus dem Grabungstagebuch von 1960. Ulmer Museum Anatom und Anthropologe ist unbedingt im Zusammenhang mit dem Lonetal zu nennen. Er führte die Grabungen am Bockstein durch. Unter seiner Leitung wurde auch der Hohlenstein ausgegraben. Hieraus stammt der berühmte Fund des "Löwenmenschen".

  • Eberhard Wagner Eberhard Wagner (1930 - 1999)
    Archäologe beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und Honorarprofessor an der Universität Tübingen. Leitete 1973 eine weitere Sondage im Geißenklösterle, die den von Gustav Riek bereits begonnenen Graben weiterführte. Zusammen mit Joachim Hahn begann er anschließend die eigentliche Ausgrabung im Geißenklösterle. Weitere Projekte im Alb-Donau-Kreis und außerhalb folgten.

  • Joachim Hahn Joachim Hahn (1942 -1997) Professor am Institut für Urgeschichte, führte nach einer Sondage von Eberhardt Wagner vom Landesdenkmalamt die Grabungen im Geißenklösterle von 1973 an bis 1996 durch. Hinzu kamen die Ausgrabungen im Hohlen Fels bei Schelklingen in den Jahren 1977-1979 und 1988-1996.

  • Claus-Joachim Kind Claus-Joachim Kind (geb. 1953) grub gemeinsam mit Wolfgang Torke das Felsställe, ein Abri in der Nähe von Ehingen von 1975-1980 aus und übernahm anschließend die Auswertung der Funde. In dieser steinzeitlichen Fundstelle wurde neben tausenden anderen Funden ein graviertes Kalksteingeröll gefunden, auf dem die Darstellung weiblicher Figuren erhalten ist. C.-J. Kind erforschte später auch den neanderthalerzeitlichen Kogelstein bei Schmiechen und die jungsteinzeitliche Fundstelle Ulm-Eggingen. Heute ist das Mesolithikum, die Mittelsteinzeit, sein Forschungsschwerpunkt. Prof. Kind ist beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg verantwortlich für die Steinzeit, daneben ist er als Privatdozent an der Universität Tübingen tätig.

  • Prof. Nicholas Conard Nicholas Conard leitet seit 1995 die Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen, das ehemalige Institut für Urgeschichte und Jägerische Archäologie. Nach anfänglichen Sondagearbeiten, vor allem im Lonetal, hat Prof. Conard die vorläufig letzten Grabungskampagnen im Geißenklösterle mit Unterstützung des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg durchgeführt und erforscht derzeit zusammen mit Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Uerpmann den Hohlen Fels bei Schelklingen.

Diese Aufstellung kann kaum Vollständigkeit beanspruchen. Zu nennen wären auch noch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, die unzähligen Interessierten und Begeisterten, die sich in ihrer Freizeit oder mit finanziellen Mitteln um die Erforschung der Eiszeit im Alb-Donau-Kreis verdient gemacht haben. Private Sammler, Studierende der verschiedensten Universitäten im In- und Ausland sowie zahlreiche Doktoranden.



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